Donnerstag , 27 Juli 2017
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TV 007: Smart-TV können Nutzer ausspionieren

TV 007: Smart-TV können Nutzer ausspionieren

Mit dem Fernseher im Wohnzimmer schnell ein paar Webseiten aufrufen, das tolle neue Youtube-Video anschauen und anschließend eine Videokonferenz mit dem Nachwuchs starten. Bequem auf dem Sofa, ohne die gemütliche Heimkino-Wohnhöhle verlassen zu müssen. Vorbei die Zeiten schwerfälliger PCs, ungemütlicher Bürostühle, kleiner Monitore und zunehmender Sicherheitsbedenken. Denn wir wissen ja alle: So unsicher wie Windows kann kein anderes System sein, seinen schlechten Ruf hat sich das Betriebssystem schließlich in den vergangenen Jahrzehnten hart erarbeitet.

Hier liegt der Irrtum: Während Windows zunehmend sicherer wird beginnen all die smarten Gadgets unsicherer zu werden. Viren-Alarm auf Android-Smartphones, von Hackern gekaperte Internetrouter – und jetzt auch noch SmartTVs die sich als Heimkino-Spion betätigen können.

Auf der Sicherheitskonferenz CanSecWest zeigte Sicherheitsforscher SeungJin Lee eindrucksvoll, dass sich smarte Fernseher problemlos zur Überwachung ihrer Nutzer einsetzen lassen können. Selbst wenn die Geräte auf den ersten Blick ausgeschaltet sind, sind sie durch seine Manipulationen (er präsentierte den Zugriff mit Samsung Smart-TVs) doch noch in der Lage, mittels der integrierten Webcam einen hochauflösenden Wohnzimmerstream ins Internet zu laden.

Lee zufolge kranken die Samsung-Fernseher an zahlreichen Design-Mängeln in der Software. Ihm war es ein leichtes, die  Status-LED zu manipulieren, die mittels roter und grüner Farbe den Betriebszustand anzeigen soll. Und auch die Sicherheitsfunktionen des integrierten Betriebssystems waren für zu knacken – bislang allerdings nur mittels Vor-Ort-Zugriff auf den Fernseher und nicht über das Internet. Er hatte laut eigener Aussage aber noch nicht allzu viel Zeit um sich alle Funktionen genau anzusehen – einige davon sollen laut Lee nicht wirklich sicher gewirkt haben.

Was viele Nutzer vergessen: Auch Fernseher, Medienplayer und Blu-ray-Player sind schon lange keine einfachen dunklen Kisten ohne große Eigenintelligenz mehr. In diesen Geräten steckt modernste Computertechnik mitsamt Prozessor, Arbeitsspeicher und Betriebssystem. Einem Betriebssystem, dass sich sogar um Apps aus dem Internet erweitern lässt. Achten die Programmierer bei solchen Funktionen nicht auf alle gängigen Sicherheitsstandards, sind Einfalltore für Angreifer quasi vorprogrammiert. Je smarter ein Fernseher wird, je mehr alltägliche Aktionen damit ausgeführt werden können, desto größer wird der Wert für Angreifer. Loben sie einfach einmal ihren PC, im Vergleich zu einem Fernseher könnte er in Zukunft fast schon der artige Streber in der Familie sein.

Über Dennis Ziesecke

Dennis Ziesecke ist tätig als freier Autor für GamersGlobal, Webedia (Gamestar Print, Gamestar Online), Computerbase.de und viele andere bekannte Hardware-Magazine. Gründer und Redakteur von VictoryPoint, der etwas anderen Seite des Internet. Vater von einem wundervollen Sohn und einer nicht minder wundervollen Tochter.

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