Dienstag , 28 März 2017
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Sony Playstation 4 – spielerisches Multitalent

Sony Playstation 4 – spielerisches Multitalent

Schon die letzte Konsolengeneration eroberte das Wohnzimmer nicht nur aufgrund der praktischen Spielefähigkeit sondern auch, weil sich XBox 360 und Playstation 3 recht gut als Medienzentrale im Heimkino nutzen ließen. Zwar waren die Konsolen in Bezug auf die Formatvielfalt im Filmbereich arg eingeschränkt und teilweise sogar arg zickig, dafür stellte Sonys Playstation 3 nach dem Release im Jahre 2006 für einige Zeit die preiswerteste Möglichkeit, einen Blu-ray-Player anzuschaffen. Zwar zwar die Playstation 3 mit knapp 600 Euro nicht sonderlich preiswert, Blu-ray-Player lagen preislich seinerzeit aber auf noch höherem Niveau und waren zudem nicht so flexibel wie die PS3 – gerade zu Beginn der BD-Laufwerke änderte sich doch recht oft die Standarisierung, so dass ehemalige Topmodelle mit Pech schon nach kurzer Zeit kaum noch brauchbar waren, da viele Filme nicht mehr oder nur noch mit Einschränkungen abspielbar waren.

Nun gut, mittlerweile hat sich die Blu-ray etabliert, Player kosten teilweise nur noch 70 Euro und Kompatibilitätsprobleme treten auch nur noch selten auf. Das von Microsoft mit der XBox 360 zumindest halbherzig unterstützte Konkurrenzformat HD-DVD ist auf dem ewigen Technikfriedhof begraben – gleich neben Betamax und Laserdisc. Sowohl die kommende Next-Gen-XBox als auch die Playstation 4 sollen serienmäßig in der Lage sein, Blu-ray-Filme abzuspielen.

Für das Heimkino interessant wird die Playstation 4 allerdings aus einem anderen Grund: Sony versucht auch mit der neuen Konsole das eigene 4K-Angebot zu verbessern. So wird die Playstation 4 Filme in 4K-Auflösung abspielen (und niedriger aufgelöste Filme entsprechend hochrechnen) können. Genutzt wird hierfür HDMI 1.4, der noch leistungsfähigere Standard HDMI 2.0 ist noch nicht fertig. HDMI 1.4 reicht für 4K-Filme allerdings aus, auch wenn in 4K-Auflösung nur 24 Bilder pro Sekunde übertragen werden können.

Da die PS4 über eine integrierte Festplatte und ein flexibles und erweiterbares Betriebssystem verfügen wird, lassen sich selbstverständlich auch Video-on-Demand-Dienste wie Maxdome, Lovefilme oder Watchever mit der Konsole nutzen. Und auch wenn es noch keine diesbezügliche Ankündigung gibt: Sony wird es sich nicht nehmen lassen, über einen eigenen Store Filme und Musik über die Playstation 4 zu verkaufen und zu vermieten.

Eine weitere „On-Demand“-Lösung für Sony könnte der standardmäßig implementierte Streamingdienst Gaikai sein. Primär möchte Sony das im vergangenen Jahr übernommene Cloudunternehmen Gaikai nutzen, um ältere Spiele der Playstation 1, 2 und 3 auf der neuen Konsole abspielen zu können. Aufgrund der bei der PS4 genutzten Hardwarearchitektur ist es Sony nicht ohne weiteres möglich, eine Abwärtskompatibilität zu den älteren Konsolen anzubieten. Via Gaikai hingegen werden die Spiele nicht lokal abgespielt sondern gestreamt. Das Spiel läuft dabei in einem Gaikai-Rechenzentrum, die komprimierten Bilddaten des Spieles gelangen dann via Internetstream auf den Fernseher des PS4-Nutzers, der seinerseits mit dem Gamepad ohne nennenswerte Verzögerung darauf reagieren kann. Damit tatsächlich keine große Verzögerung auftritt, muss allerdings sowohl die eigene Internetleitung flott und störungsfrei arbeiten als auch das Rechenzentrum des Anbieters nahe am eigenen Wohnort liegen – in einem Radius von etwa 600 Kilometern am besten. Da Gaikai seine für Deutschland vorgesehenen Server in Frankfurt am Main, direkt an den großen Internetknotenpunkten, aufgebaut hat, ist zumindest aus dieser Richtung kein Problem zu erwarten. Schaut über die eigene DSL-Leitung allerdings noch jemand einen Film oder spielt ein Spiel, könnte es eng werden – DSL 6000 ist das Minimum, mit 16000er-Bandbreite steigt die Bildqualität auf ein erträgliches Level. Wer LTE nutzt hat trotz 100 MBit Übertragungsrate ein Problem: Der Stream frisst das Inklusiv-Volumen so schnell, dass im Monat nur wenig mehr als zwei, drei Stunden gespielt werden könnte.

Doch Gaikai kann nicht nur Spiele sondern auch alle anderen Bildsignale streamen – also auch Filme wenn Sony sich zu einer eigenen VoD-Lösung entschließt. Bislang gibt es in dieser Hinsicht allerdings noch keine Ankündigungen.

Wer sich weniger für die multimedialen als für die spielerischen und technischen Fähigkeiten der Konsole interessiert: Sony nutzt nicht mehr den schwer programmierbaren Cell-Prozessor der PS3 sondern hat sich für eine x86-Architektur entschieden wie sie ähnlich auch in normalen PCs steckt. Die Rechenkraft liefert ein Chip von AMD – es handelt sich dabei um ein Mobildesign, das eigentlich für besonders schmale Notebooks konzipiert und für Sony auf die Erfordernisse einer Konsole angepasst wurde. So kommen acht Rechenkerne mit AMDs „Jaguar“-Architektur zum Einsatz, die von einem vergleichsweise flotten Grafikchips der neuesten Radeon-Generation unterstützt wird. Der Hauptspeicher der Konsole ist 8 Gigabyte groß und – ungewöhnlich und schnell – mit GDDR5-Speicher realisiert worden. CPU und Grafikchip teilen sich diesen Speicher, so dass die hohe Bandbreite die GDDR5 ermöglicht auch tatsächlich sinnvoll genutzt werden kann.

Zwar dürfte die Rechenleistung der PS4 nur knapp über dem Niveau eines aktuellen Mittelklasse-PCs liegen, aufgrund der einheitlichen Plattform und eines speziell angepassten Betriebssystems dürfte die PS4 dennoch eine deutlich höhere Leistung als ein 500-Euro-Computer erbringen. Erste in Trailern gezeigte Spiele sprechen dafür, auch wenn der Grafiksprung nicht mehr so drastisch ausfällt wie einst beim Wechsel von Playstation 2 zu Playstation 3.

Bezüglich des finalen Preises oder auch nur des Designs der Konsole ist sich Sony noch unsicher – aktuell peilt man einen Preis von unter 600 Euro an Zwischenzeitlich munkelte die Gerüchteküche von 400 Euro, was allerdings eher unrealistisch erscheint. Zu diesem Preis würde der potentielle Käufer ab November diesen Jahres eine flotte Spielekonsole mit zahlreichen spannenden Exklusiv-Titeln bekommen, die zudem per Streaming abwärtskompatibel zu älteren Spielen ist. In Wohnzimmer würde aber ebenfalls ein moderner BD-Player mit 3D-Support und 4K-Unterstützung halten, zudem verfügt die PS4 über eine 3D-Videokamera, Mikrofone und einen Controller, der eine gewisse Bewegungssteuerung ermöglicht. Die Chancen, dass die Playstation 4 sich damit auch als flexibler und gut ausgestatteter Medienplayer für das Heimkino eignet sind also recht groß. Zumal Konkurrent Microsoft bereits angekündigt hat, die kommende XBox primär als Entertainment-Zentrale fürs Wohnzimmer zu positionieren. Es bleibt also spannend in der nächsten Runde des Konsolenkampfes.

Über Dennis Ziesecke

Dennis Ziesecke ist tätig als freier Autor für GamersGlobal, Webedia (Gamestar Print, Gamestar Online), Computerbase.de und viele andere bekannte Hardware-Magazine. Gründer und Redakteur von VictoryPoint, der etwas anderen Seite des Internet. Vater von einem wundervollen Sohn und einer nicht minder wundervollen Tochter.

4 Kommentare

  1. Ich verstehe es nicht wieso sie es nicht hinkriegen eine neue Konsole herzustellen auf der man dann auch die alten Spiele spielen kann. Wieso ist das so? Wenn ich das schon höre: online über Gaikai. So ein Mist! Dann sollen sie die Konsole lieber ein bisschen größer machen, ein paar Teile mehr einbauen und alte Spiele zum laufen bringen.

    • Die fehlende „echte“ Abwärtskompatibilität kann ich schon verstehen. Sony müsste ansonsten einen vollwertigen Cell-Prozessor mitsamt dazugehöriger Nvidia-Grafiklösung und eigenen Speicher einbauen. x86 wie bei der PS4 ist selbst mit vielen Tricks nicht kompatibel zur Cell-Architektur.

      Nun kostet Cell aber dummerweise immer noch einiges an Geld. Die PS4 müsste also teurer werden, geschätzt um die 40 Euro. Dazu kommt, dass Cell warm wird und eine Kühlung benötigt – zusätzlich zum AMD-Prozessor der PS4. Die Kühlung kostet ebenfalls Geld (und nimmt Platz ein) und erzeugt zudem eine störende Lautstärke. Und: Mit einem zusätzlichen Cell würde die PS4 auch noch mehr Strom aufnehmen also ohne. Nimmt man jetzt alle Zusatzkosten für Cell + Kühlung + aufwändigeres Boardlayout + etwas stärkeres Netzteil und Spannungwandler, wäre die PS4 wohl eher 60 bis 70 Euro teurer als ohne echte Abwärtskompatibilität. Ganz schön happig eigentlich. Dazu kommt, dass Sony mit Gaikai sicherlich auch noch Zusatzgewinne erzeugen möchte – Gaikai-Abos mit Filmfunktionen per Streaming beispielsweise.

      • ok, unter diesem Gesichtspunkt kann ich das verstehen. Aber wie soll dass denn mit dem streamen von Spielen von Gaikai genau laufen? Muss ich mir dann die alten Spiele nochmal kaufen? Wäre ziemlich dreist. Ich meine ich habe die Spiele ja bereits gekauft und zu Hause liegen, dann will ich die auch spielen können. Ein ewiges umstecken von PS3 zu PS4 ist doch nervig.

        • Tja und genau dazu hat Sony noch keine Informationen preisgegeben. Da ist vieles denkbar – PS3-Spiel einlegen und Gaikai startet automatisch mit dem Stream, ein Onlinepass mit dem man unbegrenzt oder eingeschränkt spielen kann (aber eben monatlich zahlt..), komplettes neu-verkaufen der alten Spiele über Gaikai (respektive neu-vermieten über Gaikai) – unter Umständen ist Sony sich da selbst noch nicht sicher.

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