Donnerstag , 27 Juli 2017
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Next-Gen Spielkonsolen als Universaltalent im Heimkino

Next-Gen Spielkonsolen als Universaltalent im Heimkino

Wer ein gut ausgestattetes Heimkino plant denkt meist zuerst an einen Verstärker, gute Lautsprecher, natürlich einen hochwertigen Fernseher oder Projektor und einen Blu-ray-Player. In den letzten Monaten sind immer mehr auch Medienplayer zum Abspielen von Filmen aus dem Netzwerk hinzugekommen. Doch spätestens seit dem Release der Playstation 3 sind auch Konsolen im Heimkino angekommen – die Sony-Konsole damals weil es ansonsten keinen derart preiswerten BD-Player gab, Microsofts XBox 360 auch aufgrund zahlreicher Multimediafunktionen abseits der Abspielfähigkeit optischer Medien (in diesem Punkt setzte Microsoft mit HD-DVD auf das falsche Pferd und musste zum Ende die Laufwerke für wenig Geld verramschen).

Mit der voraussichtlich ab Herbst 2013 erscheinenden neuen Konsolengeneration rund um die Playstation 4 und Microsofts noch unbenannte Konsole mit dem Codenamen „Durango“ aber soll die Konsole ein elementarer Bestandteil des Heimkinos werden. Vor allem Microsoft soll sein Heil in den Multimedienfähigkeiten der neuen XBox sehen und sich entsprechend darauf konzentrieren. Sony hat bereits einige Features der PS4 angekündigt und macht durchaus Lust auf mehr. Nur Nintendo scheint sich nicht so recht entscheiden zu können: Die WiiU verfügt über einen praktischen Tablet-Controller, auf dem das laufende Spiel einfach weitergespielt werden kann wenn jemand anderes den Fernseher nutzen möchte. Das war es dann aber auch schon mit den  Heimkino-Features der WiiU, selbst die Abspielfunktion für DVDs hat Nintendo aus Kostengründen gestrichen. Spiele, mehr nicht, will Nintendo auf der WiiU sehen – ein Kurs der sich schon bei der Wii abzeichnete.

Sonys Playstation 4 hingegen soll einen umfangreich ausgestatteten Download- und Streamingshop für hochauflösendes Filmmaterial mitbringen.  Zudem ist die Konsole über den HDMI 1.4-Port in der Lage, 4K-Filmmaterial zumindest mit 24 Bildern pro Sekunde abzuspielen. Auch 3D-Filme lassen sich problemlos mit der Konsole wiedergeben, die PS4 dürfte auch über genug Rechenleistung verfügen um 2D-Inhalte in 3D umzurechnen. Eine Kamera gehört zur Standardausstattung der PS4, so dass auch eine Gestensteuerung problemlos einzurichten sein sollte. Ansonsten konzentriert sich Sony allerdings stark auf social Media und hofiert mit Facebook, Twitter und selbst aufgenommenen Gaming-Videos die sich im hauseigenen Streaming-Channel mit Freunden teilen lassen. Das integrierte BD-Laufwerk spielt dafür aber jeden beliebigen Film ab und wird auch in Zukunft nicht zum alten Eisen gehören wie einige Standalone-Player, die mangels Updates mit neuen Filmen Probleme bekommen können. Updates lassen sich flott und im Hintergrund via WLAN oder Netzwerkkabel einspielen und gehören eh schon zu den Standardfunktionen der Sony-Konsole.

Zu den Features der kommenden Microsoft-Konsole hingegen muss vorerst das Gemunkel der Gerüchteküche herhalten. So soll Microsoft wie auch Sony auf einen schnellen Prozessor von AMD zurückgreifen und erstmals ein BD-Laufwerk verbauen. Bereits die XBox 360 hat Microsoft stark für das Heimkino poliert, das wird sich auch beim kommenden Modell fortführen. So werden sich Filme aus dem Netzwerk und von Datenträgern abspielen und Streams aus dem Internet abspielen lassen. Zahlreiche Dienste wie Maxdome, Lovefilm und Spotify sind schon jetzt bei Microsoft vertreten und werden es auch auf der neuen XBox sein.

Angeblich aber will Microsoft sogar einen TV-Tuner (oder sinnvoller: deren drei, für jeden aktuellen Standard einen) integrieren, so dass die Konsole nicht nur das Fernsehbild per Picture-in-Picture auf dem Fernseher zusätzlich zum Spiel anzeigen könnte sondern dass sich die Konsole auch als Videorekorder nutzen ließe. Die Bewegungssteuerung Kinect soll direkt zum Lieferumfang gehören und wird für eine (hoffentlich intuitive) Bewegungssteuerung sorgen können. Videos aus Microsofts Forschungsabteilung zeigen auch die Integration eines Beamers, mit dem sich ein Surround-Effekt um das eigentliche Fernsehbild erzeugen lässt. Die Kamera misst dabei den Raum aus und erkennt den Fernseher, das projizierte Bild wird dann ähnlich wie bei Ambilight von Philips rund um den Fernseher als Effektverstärker eingesetzt. Der Prozessor könnte dabei aber nicht nur Spiele mit zusätzlichen Effekten ausstatten sondern auch einen Ambilight-Effekt bei Filmen hinzufügen – damit keine Verzögerung auftritt könnte die Konsole das Bild gegenüber dem TV-Tuner um eine oder zwei Sekunden später darstellen, damit die CPU genug Zeit zur Berechnung der passenden Effekte bekommt.

Doch auch von anderer Seite drängt es ins Wohnzimmer: Valve will mit der Steambox das Konzept des kompakten Wohnzimmer-PCs finalisieren und mit der hauseigenen Plattform auch gleich Spiele und eventuell später auch Filme anbieten. Als Untergrund soll Linux dienen, als Oberfläche Steam. Doch auch Medienplayer-Oberflächen könnten sich einrichten lassen wenn Valve freundlich ist.

Im Heimkino bleibt es also spannend. Die neuen Konsolen könnten ganz neue Ansätze ins Wohnzimmer einfließen lassen und vor allem die Gestensteuerung zum TV-Standard bringen. Nun kommt es allerdings auch noch auf den Preis der finalen Konsolen an. Einzig Nintendo sticht mit der rein aufs Spielen ausgelegten WiiU negativ heraus.

Über Dennis Ziesecke

Dennis Ziesecke ist tätig als freier Autor für GamersGlobal, Webedia (Gamestar Print, Gamestar Online), Computerbase.de und viele andere bekannte Hardware-Magazine. Gründer und Redakteur von VictoryPoint, der etwas anderen Seite des Internet. Vater von einem wundervollen Sohn und einer nicht minder wundervollen Tochter.

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