Donnerstag , 27 Juli 2017
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Google Nexus Q

Google Nexus Q

Die Entwicklerkonferenz Google I/O hat einige interessante Neuheiten hervorgebracht. Da wäre eine spektakuläre Vorführung einer Headmounted-Webcam in Form von Google Glass, der AR-Brille des Suchmaschinen-Profis. Ein 199-Dollar-Tablet mit vier Rechenkernen und HD-Display. Oder die zahlreichen Neuerungen der neuen Android-Version „Jelly Bean“ mit der Nummer 4.1. Für Heimkinofans dürfte aber der Nexus Q die interessanteste Neuheit in Googles Unterhaltungs-Portfolio sein. Und irgendwie gehören das Tablet Nexus 7 und Android fest zum Google Nexus Q dazu.

Google nennt das Nexus Q „Social Streaming Media Player“ und will nicht weniger als die Heimunterhaltung revolutionieren. Die kleine kugelförmige und elegant wirkende Box soll für 299 US-Dollar vorerst nur in den USA auf den Markt kommen und Apples Apple TV Konkurrenz machen. Interessant: Google setzt beim Nexus Q Android ein und nicht das Betriebssystem von GoogleTV, macht sich also in gewisser weise selbst Konkurrenz. Rein preislich wird es das Nexus Q zudem schwer haben mit Apple TV zu konkurrieren – das Apple-Produkt gibt es schon für 99 Euro.

Die schwarze Nexus-Q-Kugel ist trotz des hohen Preises noch kein vollständiges Produkt. Bedient wird das Gerät mittels Android-Smartphone oder -Tablet. Die „Fernbedienungen“ benötigen als Betriebssystem mindestens Android 2.3, auf dem Nexus Q selbst ist Android 4.0 vorinstalliert – über ein Update auf 4.1 schweigt Google noch. Am Q selbst finden sich so gut wie keine Bedienelemente – wird die obere Kugelhälfte gedreht, lässt sich die Lautstärke einstellen, ein Touchsensor schaltet den Ton stumm. Hübsch ist der Ring aus 32 RGB-LEDs, der geschmeidig seine Farbe ändert oder einfach nur elegant glimmt. Ein integrierter 25-Watt-Verstärker dient zum Anschluss von Lautsprechern direkt an der Kugel. Ansonsten sind S/PDIF und Micro-HDMI sowie LAN und USB integriert. Intern verfügt das Nexus Q über WLAN (a/b/g/n), Bluetooth und NFC.

Gesteuert wird per Android-Endgerät. So lassen sich am Smartphone via Google Play auswählen und per Internet direkt zum Nexus Q streamen. Dabei beschränkt Google die Bedienung nicht auf ein einziges Gerät sondern erlaubt das Einbinden eines jeden beliebigen Android-Gerätes, solange es im Q freigegeben wurde. Auf Partys könnten so gleich mehrere Personen die Playlist bearbeiten. Um mehrere Räume mit Medieninhalten zu versorgen, können auch mehrere Google Nexus Q im heimischen Netzwerk zusammengeschaltet und synchronisiert werden. Zur Kontaktaufnahme kann übrigens auch ein Smartphone oder Tablet mit integriertem NFC-Chip an die Q-Kugel getippt werden – das reicht dem Gerät zur Verständigung und zur Authentifizierung.

Die Technik im Inneren des Q wirkt potent – Google verbaut einen TI OMAP4460-SoC, einen Doppelkernprozessor mit flotter SGX540-GPU. Der flexible Prozessor und das bewährte Betriebssystem garantieren auf jeden Fall eine hohe und dauerhafte Kompatibilität zu gängigen Video- und Audioformaten. Ein Gigabyte RAM steht der CPU zur Seite, Inhalte werden auf einem 16 Gigabyte großen internen Flashspeicher gespeichert. Bislang spricht Google noch nicht von der Fähigkeit, mit dem Q auch Android-Apps abzuspielen, technisch dürfte allerdings nichts dagegen sprechen. Das Netzteil des Q ist mit 35 Watt recht stark dimensioniert, was aber wohl am integrierten Verstärker liegen dürfte. Wenn dieser nicht genutzt wird, sollte die Kugel nur wenige Watt benötigen und die Stromrechnung nicht unnötig belasten.

Über Dennis Ziesecke

Dennis Ziesecke ist tätig als freier Autor für GamersGlobal, Webedia (Gamestar Print, Gamestar Online), Computerbase.de und viele andere bekannte Hardware-Magazine. Gründer und Redakteur von VictoryPoint, der etwas anderen Seite des Internet. Vater von einem wundervollen Sohn und einer nicht minder wundervollen Tochter.

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