Samstag , 24 Juni 2017
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Sony bringt „Mastered in 4K“ DVDs im Juli auf den Markt

Sony bringt „Mastered in 4K“ DVDs im Juli auf den Markt

Die neuen und vom Bildeindruck tatsächlich faszinierenden 4K-Fernseher erobern gerade die hübschesten Plätze in den Ausstellungen der Elektrofachmärkte und die Wohnzimmer einiger begeisterter Heimkino-Fans. Doch für die breite Masse plagt sich die UHD-Auflösung mit dem klassischen Henne-Ei-Problem: Ohne 4K-Inhalte verkaufen sich keine 4K-Fernseher – und ohne ausreichende Mengen verkaufter 4K-Fernseher produziert niemand entsprechende Inhalte. Sony trifft dieses Problem zwar auch, als universell aufgestellter Konzern mit eigenen Filmstudios allerdings haben die Japaner Möglichkeiten den Kreislauf zu unterbrechen.

So werden im Juli in Deutschland die ersten DVDs unter dem Label „Mastered in 4K“ auf den Markt gelangen. Die ersten vier Filme dieser Serie sind bereits für den 11.07.13 geplant – pünktlich zum Verkaufsstart der neuen Bravia-X9-Fernseher mit UHD-Auflösung. Die „Mastered in 4K“-Reihe enthält Filme, die entweder bereits in 4K gedreht wurden oder die entsprechend aufwändig hochgerechnet werden konnten. Es handelt sich also nicht zwingend um nagelneue Filme. In den USA sind in dieser Reihe beispielsweise „Taxi Driver“ und „Ghostbuster“ auf 4K hochgerechnet worden.

Allerdings trickst Sony: Auf der Blu-ray der „Mastered in 4K“-Reihe befindet sich mitnichten ein echter 4K-Videostream sondern nur ein 1080p-Master. Dieses soll zwar schon eine bessere Bildqualität bieten als die bisherigen BD-Fassungen dieser Filme, entspricht aber eben bei weitem nicht der Qualität die von 4K-Material erwartet werden könnte. Die endgültige Hochrechnung übernimmt auch bei diesen Filmen nur der Upscaler im 4K-TV oder in einem entsprechend ausgestatteten Blu-ray-Player. Vorteil für Nutzer herkömmlicher Fernseher: Auch sie kommen in den Genuss der besser remasterten Filme.

Einen richtigen 4K-BD-Standard gibt es bislang noch nicht – gleiches gilt für Videoanschlüsse mit der entsprechenden Bandbreite. Zwar kann HDMI 1.4a 4K-Filme wiedergeben, allerdings nur mit maximal 30 Bildern pro Sekunde und ohne 3D-Funktionen. 4K-BDs sind ebenfalls erst in Vorbereitung, ein entsprechender Standard ist noch nicht final und wird erst zum Jahresende erwartet. Bis echte 4K-BDs und Abspielgeräte auf den Markt kommen dürfte es daher noch einige zusätzliche Monate dauern – dass bereits gekaufte Player sich per Update kompatibel machen lassen ist eher unwahrscheinlich. 4K-Filme sprengen mit ihrem Platzbedarf die Grenzen der Blu-ray-Disc, bei Nutzung aktueller Kompressionsverfahren benötigt ein 4K-Film die vierfache Datenmenge eines 1080p-Filmes. Daher ist die Nutzung eines besser komprimierenden Videoformates wie H.265 realistisch – dieser erfordert nun aber wieder kompatible Chips in den Abspielgeräten und lässt sich nicht einfach so per Firmwareupdate nachrüsten.

Bis echte 4K-Filme auf Blu-ray oder anderen Datenträgern erscheinen, wird es also noch einige Zeit dauern. Davon können auch getrickste „Remastered in 4K“-Editionen nicht ablenken. Bereits vorhandene Filme mit dieser Zwischenlösung neu zu kaufen lohnt sich daher nicht.

Über Dennis Ziesecke

Dennis Ziesecke ist tätig als freier Autor für GamersGlobal, Webedia (Gamestar Print, Gamestar Online), Computerbase.de und viele andere bekannte Hardware-Magazine. Gründer und Redakteur von VictoryPoint, der etwas anderen Seite des Internet. Vater von einem wundervollen Sohn und einer nicht minder wundervollen Tochter.

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