Donnerstag , 27 Juli 2017
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Apple iTV: Steuerung per iRing und beiliegendem Tablet denkbar

Apple iTV: Steuerung per iRing und beiliegendem Tablet denkbar

Ein immer wiederkehrendes Thema im TV-Segment ist der Einstieg Apples in den Fernsehmarkt. Mit AppleTV ist der Hersteller bereits im Bereich der Medienplayer präsent und konnte mit iTunes eine Plattform etablieren, über die neben Apps auch Filme und Musik gekauft und geliehen werden können. Gute Voraussetzungen also für einen Fernseher, zumal Apple bereits seit geraumer Zeit hochauflösende Monitore für die Mac-Plattform anbietet. Kurz vor seinem Tode sprach auch Firmen-Mitbegründer Steve Jobs über Apples Pläne, eigene Fernsehgeräte auf den Markt zu bringen. Jobs zeichnete sich bei vielen Produkten durch seinen Perfektionismus in Bezug auf die Bedienbarkeit der Geräte aus – bereits existierende Produkte sinnvoll zu verfeinern war eine seiner Spezialitäten und führte beispielsweise beim iPad zu einem sensationellen Erfolg. Böse Zungen hingegen nennen es „abkupfern“ und „von den Arbeiten anderer profitieren“. Dazu bleibt jedoch anzumerken, dass viele Geräte tatsächlich eine sinnvollere Bedienung gebrauchen könnten.

Fernseher beispielsweise, vor allem die mit zahlreichen Internetfunktionen überfrachteten Smart-TVs. Wer schon einmal eine umfangreiche Mediensammlung mithilfe einer schwammigen Fernbedienung durchsuchen wollte wird uns recht geben: Hier besteht viel Optimierungsbedarf. Zwar sind die großen Hersteller wie LG oder Samsung bereits aktiv dabei das TV-Erlebnis mit Bewegungssteuerungen und Spracheingabe zu verbessern, der recht Durchbruch jedoch fehlt noch. Apps für Smartphones und Tablets sind ebenfalls eine gute Idee, die Ausführung allerdings weiß nicht in jedem Bereich zu gefallen. LG beispielsweise entwickelt für jede TV-Generation stur eine neue App ohne dass die älteren Modelle einbezogen oder die Apps untereinander kompatibel wären. So kommt es, dass ein 2012er-Fernseher von LG per App nur eine sehr simple Steuerung bietet, die kaum über „Lautstärke + Sender auf/ab“ hinausgeht. Erst die neueren Geräte bekommen eine virtuelle Tastatur in der App spendiert.

Doch zurück zum Apple-Fernseher: Jüngst meldete sich der Marktanalyst Brian White nach einem Besuch bei zahlreichen TV-Zulieferern in China und Taiwan mit Spekulationen über das iTV. So hätte er zahlreiche Hinweise auf die Bedienung des iTV bekommen. Gesteuert werden könnte der Apple-Fernseher über eine Bewegungssteuerung namens iRing. Dieses beiliegende Zubehörteil soll wie ein Ring über einen Finger gesteckt werden können und ermöglicht so eine Steuerung per Fingerzeig. Der Nutzer soll so auf einzelne Bedienelemente deuten können um sie zu nutzen – ohne eine sperrige Fernbedienung in der Hand. Der Ring soll damit zahlreiche Funktionen der klassischem Fernbedienung übernehmen können. Denkbar ist eine Lautstärkereglung per Fingerzeig nach links oder rechts.

Ebenfalls zur einfacheren Bedienung soll ein Tablet-ähnlicher Minibildschirm dienen. Dieser soll wie das iPad mit einer Diagonale von 9,7 Zoll ausgestattet sein, die Auflösung dürfte sich aber eher am ersten iPad als an den neuen Retina-Versionen orientieren. Der Bildschirm dürfte die Nutzung größerer Mediensammlungen stark erleichtern und eine einheitliche Oberfläche zur Bedienung bieten. Eine virtuelle Tastatur dürfte zur Standardausstattung gehören, gleiches wird wohl für umfangreiche Suchfunktionen und weitere Bedienhilfen gelten. Angeblich sollen auch auf dem TV laufende Programme nahtlos an das iTV-Minidisplay übergeben werden können, beispielsweise um bei einem dringenden Bedürfnis keine spannenden Szenen im Film zu verpassen. Das Streaming soll angeblich über bis zu 200 Meter funktionieren – wir halten eine Reichweite von 10-20 Metern allerdings für realistischer. Das Display soll zudem mit einer Webcam und einem Mikrofon versehen sein, so dass es sich auch für Videokonferenzen eignet und eine Sprachsteuerung via Siri ermöglichen könnte. Eines dieser Displays soll jedem iTV beiliegen, bis zu vier weitere sollen zusätzlich angeschlossen werden können. Auch die ebenfalls nur spekulative Smart-Watch „iWatch“ könnte in die Bedienung des iTV einbezogen werden. So sollen auch Telefonate im gesamten Haus ohne zusätzlich herumgetragenes Smartphone möglich sein. Eine Integration von AppleTV direkt in den Fernseher allerdings dürfte zu den sehr sicheren Spekulationen gehören – Apple wird es sich nicht nehmen lassen, die eigene iTunes-Infrastruktur auf dem Fernseher direkt anbieten zu können. Zudem ist so auch AirPlay mit einem iPhone oder iPad möglich.

Apple will das iTV gerüchteweise mit Diagonalen von 50 bis 60 Zoll auf den Markt bringen. Der Preis soll je nach Ausstattung zwischen 1500 und 2500 US-Dollar betragen. Angesichts dieser Preisklasse wird es sich aber nur um FullHD-Displays und nicht um moderne 4K-Displays handeln. Das bedeutet aber nicht, dass eine solche „Retina-Version“ nicht für die Zukunft ebenfalls denkbar wäre – zu einem höheren Preis selbstverständlich. Einen einfachen bei Foxconn produzierten Fernseher mit Apple-Logo sollte angesichts dieser Optionen niemand erwarten. Apple wird das Vermächnis von Steve Jobs eher nicht mit Füßen treten und sich vor allem bei der Bedienung des iTV stark ins Zeug legen. Ob es reicht um die Branche zu revolutionieren oder ob iTV untergehen wird wie einige andere gescheiterte Apple-Produkte?

Über Dennis Ziesecke

Dennis Ziesecke ist tätig als freier Autor für GamersGlobal, Webedia (Gamestar Print, Gamestar Online), Computerbase.de und viele andere bekannte Hardware-Magazine. Gründer und Redakteur von VictoryPoint, der etwas anderen Seite des Internet. Vater von einem wundervollen Sohn und einer nicht minder wundervollen Tochter.

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